| Fatigue |
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Was ist Fatigue?
Die Fatigue als MS-bedingte Erschöpfung ist weit mehr als ein
Leistungstief nach dem Mittagessen. Sie tritt bei vielen Patienten
mit Multipler Sklerose auf und kann deren Alltag massiv
einschränken. Menschen in ihrer Umgebung reagieren oft mit
Unverständnis, weil sie das Symptom nicht kennen.
Ein Großteil der Patienten mit Multipler Sklerose (MS) leidet neben
vielen anderen Symptomen auch an der sogenannten Fatigue. Mehreren
Studien zufolge weisen über 75-80% der Erkrankten diese massive,
körperliche und geistige Ermüdbarkeit auf. 40-60% der Betroffenen
betrachten sie als das MS-Symptom, das sie am stärksten
beeinträchtigt
Fatigue hat unterschiedliche Auswirkungen
Die Auswirkungen dieses vielschichtigen Symptomkomplexes können
individuell sehr unterschiedlich sein: Viele Patienten fühlen sich
bereits nach Alltagstätigkeiten, die sie früher nicht angestrengt
haben, wie Duschen, Abwaschen oder Staubsaugen, völlig ausgelaugt.
Auch das Begleiten des Kindes zu einem Fußballspiel, ein
Einkaufsbummel mit der Freundin oder ein netter Abend in einem
Restaurant können zu unüberwindbaren Hindernissen werden, weil die
Energie dafür einfach fehlt.
Der Erschöpfungszustand kann so weit reichen, dass ohne eine
Ruhepause nichts mehr möglich sind. Bei einigen Patienten geht er
zudem mit einer Verschlechterung anderer MS-Symptome einher, etwa
einer Zunahme der Bewegungs-, Konzentrations- oder Sehstörungen.
Teilweise sind jedoch auch nur einzelne Muskelgruppen betroffen, was
sich beispielsweise als Schwäche in der Hand nach längerem Schreiben
bemerkbar macht.
Ursachen der Fatigue sind unbekannt
Die Ursachen der Fatigue sind weitgehend unbekannt. Generell werden
jedoch zwei Formen unterschieden. So führen Experten die primäre
Fatigue unmittelbar auf die MS zurück. Sie vermuten, dass die
MS-typischen Schädigungen des Zentralnervensystems eine
Verlangsamung der Reaktionen und dies eine abnorme Müdigkeit zur
Folge hat.
Die sekundäre Fatigue hingegen ist nicht direkt auf die MS
zurückzuführen. Hier können verschiedene Faktoren eine Rolle
spielen. So leiden beispielsweise viele MS-Patienten unter
Schlafstörungen, die am Tage die Leistungsfähigkeit einschränken und
die Ermüdbarkeit erhöhen. Zudem können körperliche Symptome wie
Gang- und Sehstörungen dazu führen, dass alltägliche Tätigkeiten für
den Körper sehr anstrengend sind und daher insbesondere bei
ungünstigen Bedingungen (z.B. schlechter Beleuchtung) schneller eine
Erschöpfung eintritt.
Desweiteren leiden mehr als 80% der MS-Patienten an dem sogenannten
Uhthoff-Phänomen. Bei ihnen kommt es zu einer teilweise erheblichen
Verschlechterung ihrer Symptome – inklusive der Fatigue – wenn ihre
Körpertemperatur steigt. Das Phänomen beruht vermutlich auf einer
temperaturabhängigen Blockade der Nerven, die durch die
Krankheitsmechanismen der MS geschädigt sind, wenn die
Umgebungstemperatur im Sommer oder in überheizten Räumen zu hoch ist
oder die Körpertemperatur durch Anstrengung oder Fieber steigt.
Auch Depressionen, die in Folge der Nervenschädigungen oder der
psychischen Belastung durch die MS auftreten, können mit einer
ausgeprägten Müdigkeit einhergehen. Darüber hinaus besteht die
Möglichkeit, dass einige Medikamente als Nebenwirkung zu Müdigkeit
oder Schläfrigkeit führen. Schließlich können auch Infektionen eine
Reihe von Symptomen, darunter auch Müdigkeit, hervorrufen.
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Einschränkungen der Lebensqualität
Bei einigen Patienten tritt die Fatigue nur während eines Schubes auf, bei vielen geht sie jedoch in einen chronischen Zustand über und bleibt anhaltend bestehen. Ihre Schwere nimmt allerdings in aller Regel nicht weiter zu. In Studien zeigte sich kein Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Fatigue und der Dauer der Erkrankung, der Anzahl der MS-typischen Nervenschädigungen in der Kernspintomographie, dem Alter und Geschlecht sowie dem Typ der MS.
Je nach Intensität der Fatigue kann sie zu erheblichen Problemen im Alltag und Einschränkungen der Lebensqualität führen. Denn viele Menschen kennen das Symptom nicht und sehen es dem Betroffenen ja auch nicht an. Daher drohen vor allem in der Familie ungeduldige Kommentare, wie: „Stell´ Dich nicht so an." Und am Arbeitsplatz besteht die Gefahr einer ständigen Überforderung, weil die Erkrankten Angst davor haben, als faul und unwillig zu gelten.
In vielen Fällen kann es daher hilfreich sein, mit den Menschen aus dem eigenen Umfeld ein offenes Gespräch zu führen und den Alltag auf die Fatigue einzustellen. Darüber hinaus besteht bei der primären Fatigue die Möglichkeit, dass der Arzt den Erfolg einer medikamentösen Therapie Therapie überprüft.
Bilder + Texte stammen von ms-live.de


